GENERATION '89 - Erwachsenwerden im Wendejahr - Ein Film von Anke Ertner

Am Donnerstag, 30. März, zeigt Anke Ertner ihren dokumentarischen Film "Generation '89 - Erwachsenwerden im Wendejahr" um 19.30 Uhr im Pfarrsaal St. Ludwig.

Im Anschluß an den Film besteht Gelegenheit zum Gespräch mit Anke Ertner.

Der mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichnete Dokumentarfilm beschreibt die bisher nicht erzählte Geschichte der Wiedervereinigung. Das Wendejahr aus Sicht von sechs normalen Mädchen und Jungen aus Ostdeutschland. Damals, im Herbst ’89, sind sie zu jung, um später in die gängigen Raster von ‚Stasiopfer‘, ‚Ostalgiker’ oder ‚Jammerossi‘ zu passen. Und zu alt, um im neuen Deutschland einfach unbekümmert weiter erwachsen zu werden. Gemeinsam reisen sie zurück in eine Zeit, die sie so ganz anders erlebt haben, als der Rest der Welt denkt. Anke und ihre Freunde sind zwischen 14 und 18 Jahre als die Mauer fällt. Ihre Eltern sind Lehrer und Pfarrer, Journalisten und NVA-Offizier. Im Übergang vom Kind zum Erwachsenen werden die Eckpfeiler ihrer Existenz in Frage gestellt. Elternhaus, Schule, Staat, was war überhaupt wahr an dieser Kindheit in der DDR? Für sie, die Generation ‘89, ist der Weg zur deutschen Einheit weder Moment der Freude noch der Trauer. Sie sehen ungläubig zu wie ihr bisher gelebtes Leben von einem Tag auf den anderen für ungültig erklärt wird. Bis heute wirken die Ereignisse von damals noch nach. Und doch haben sie alle selten darüber gesprochen. In diesem Film brechen Autorin Anke Ertner und ihre Freunde Anja, Andreas, Anika, Jan, Kai und Silke ihr Schweigen und erzählen, wie sie das Wendejahr geprägt hat. Ein differenzierter Film, ein Kontrapunkt zu den allgemeinen Erwartungen an eine ‚Wendedoku’.

Anke Ertner war 14 Jahre alt, als die Mauer fiel. Genau wie ihre Freunde ging sie damals zur Schule, hatte Hobbies, ihre Clique, und ganz teenagertypische Träume, Sehnsüchte und Probleme. Die DDR war ihr Zuhause, das Land, in dem sie geboren und aufgewachsen ist. Doch dann, im Sommer 1989, änderte sich alles. Das Volk ging auf die Straße, revoltierte gegen das sozialistische System, das dann auch zerbrach und die Grenzen für alle öffnete. Ein Jahr später war Deutschland wiedervereint. Und die DDR, das Zuhause, das Land, aus dem Anke und ihre Freunde kamen, gab es nicht mehr. In GENERATION ’89 – ERWACHSENWERDEN IM WENDEJAHR erzählt die Filmemacherin Anke Ertner die Geschichte einer Generation, die im Jahr 1989 erwachsen genug war, um zu begreifen, welcher Wandel hier stattfand. Doch, und das macht der Film auf seine beeindruckend reflektierende Weise immer klar, die auch verhaftet genug in ihrer Heimat war, um irritiert zu sein, wenn sich das alles auf einmal auflöst. Ankes Freunde, die sie zum Teil schon damals kannte, und heutige Gesprächspartner sind charismatische und beeindruckende Protagonisten. Dank dem offensichtlichen Vertrauen zur Filmemacherin erzählen sie offen und ehrlich von ihren damaligen Gedanken, Ängsten, Hoffnungen. Sie malen einen Bild der DDR, das nicht von „Ostalgie“ geblendet ist, reden aber auch nicht hasserfüllt von dem „bösen System“. Zwischen die Interviews und Gespräche montiert Ertner auch immer wieder dokumentarische Aufnahmen und Fotografien, die nicht nur die Vergangenheit der Generation ’89 bebildern, sondern auch ein rundes und komplexes Bild des Jahres, der Situation und der damaligen Gesellschaft zeichnen. Anke Ertners Film ist ein großartiges, lebendiges und hochinformatives Porträt. Nicht nur das Porträt einer Generation. Sondern auch eines Landes, das nun kein Land mehr ist. Sondern lediglich eine Erinnerung. (FBW-Pressetext / Trailer)

Der Eintritt ist frei. Spenden werden gerne entgegengenommen.

Filminfos

Gattung: Dokumentarfilm

Regie: Anke Ertner

Drehbuch: Anke Ertner

Kamera: Robert Coellen

Schnitt: Mathias Schwarz

Musik: Ralf Bremer

Webseite: generation89film.de

Länge: 71 Minuten

VÖ-Datum: 09.11.2016

Kontakt: contact@ertnerarts.com

Produktion: ErtnerArts Anke Ertner

FSK: 0