Glauben Verstehen

Warum fällt es uns modernen, aufgeklärten Menschen oft so schwer, zu glauben? Warum tun wir uns mit den „Wundergeschichten“ der Bibel so schwer? Warum erschließen sich uns viele Rituale des Gottesdienstes nicht mehr?

Weil wir nicht „blind glauben“, sondern verstehen wollen. Und weil wir eben häufig gar nicht so genau wissen, was die eigentlichen Inhalte unseres Glaubens sind und erst recht nicht, wie wir sie heute und für unser Leben verstehen können. Das liegt auch daran, dass es zu wenig geistigen Austausch über das gibt, was wir glauben (sollen), wie auch über das, was wir oft nicht glauben (können).

Das müssen wir ändern, weil Glaube gerade dort packend wird, wo wir ihn zu begreifen suchen und wo wir unseren Zweifeln nachgehen. Nur wenn sich uns die Botschaft des Evangeliums erschließt, kann sie sich auf unser Leben auswirken. Nur dann wird Glaube als berührend, erfüllend und – ja -spannend erfahren.

Hier setzt das vom Pfarrgemeinderat im Jahr 2015 ins Leben gerufene Projekt „Glauben Verstehen“ an. „Glauben Verstehen“ ist ein Forum für Gespräche und Diskussionen über die Inhalte unseres Glaubens. Dabei soll es ebensowenig um bloße „theologische Fortbildung“ wie um den rein subjektiven „Austausch von Befindlichkeiten“ gehen. Vielmehr wollen wir Inhalte unseres Glaubens besser kennenlernen, sie kritisch hinterfragen und so – im günstigsten Fall – den eigenen Glauben vertiefen.

Der Gesprächskreis findet in der Regel in zwei jährlichen Blöcken, die ca. 6 bis 8 Abende umfassen, statt, einmal im Herbst und einmal im Frühjahr. Geleitet wird der Kreis von wechselnden Theologen (bisher Diakon Norbert Uhlenbruck und Prof. Dr. Christof Breitsameter). In der Regel dient uns eine bestimmte Lektüre als Ausgangspunkt unserer Diskussionen.

Jeder ist herzlich willkommen. Theologische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Auch bauen die einzelnen Blöcke nicht aufeinander auf, sondern können unabhängig voneinander besucht werden.

„Den Glauben leben, oder: Von der Heiligkeit im Alltag“: Gesprächskreis mit Pater Eberhard im Januar/Februar 2019

Die Reihe „Glauben Verstehen“ in St. Ludwig ist ein Forum für Gespräche über die Inhalte unseres Glaubens. Im Januar 2019 beginnen wir mit dem nächsten Gesprächsblock, zu dem wir herzlich einladen.

Papst Franziskus ist in seinem jüngsten Schreiben „Gaudete et Exultate“ (Freut Euch und jubelt!), der Frage nachgegangen, wie wir unseren Glauben konkret leben und – im Idealfall – zu einer „Heiligkeit im Alltag“ gelangen können. Auch wir sind immer wieder in der Gefahr, reine „Sonntagschristen“ zu sein, bei denen die Botschaft des Evangeliums kaum Auswirkungen auf das eigene Leben hat. Das ist mit der sehr fordernden, häufig radikalen Botschaft Jesu aber schwer vereinbar. Und: Glaube wird umso faszinierender, je mehr Raum ich ihm in meinem eigenen Leben gebe.

Wir wollen das Schreiben von Franziskus daher als Ausgangspunkt nehmen, um anhand der Thesen des Papstes an fünf Abenden im Gespräch gemeinsam der Frage nachzugehen, wie sich unser Christsein im Alltag eigentlich auswirkt – und wie es sich auswirken könnte.

Dankenswerterweise hat sich Pater Eberhard Masch Zühlsdorff, der viele Jahre in leitender Funktion im Kapuzinerorden in Rom tätig war und nun Zelebrant in St. Ludwig ist, bereit erklärt, die Abende zu leiten.

Die Veranstaltungen finden jeweils mittwochs um 19.45 h im Pfarrsaal an den folgenden Terminen statt: 23.1., 30.01., 06.02., 13.02., 20.02.2019

Jeder ist herzlich willkommen. Theologische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Für eine Anmeldung unter glauben-verstehen@st-ludwig-muenchen.de sind wir dankbar. Natürlich ist aber auch ein spontaner Besuch möglich.

Andreas Höder, PGR-Vorsitzender