Ludwigskirche

Nach dem Krieg war die Restaurierung nötig geworden. Dabei kam man zu dem Schluss, den Versuch zu unternehmen, die ursprüngliche Gestalt wieder herauszuarbeiten, nachdem durch die verändernde Renovierung 1903 und 1904 ein Zerrbild der originalen Fassung entstanden war. Hier waren die von Gärtner nur als rein farbige Wandflächen belassenen Partien über und über, und zwar unter Verwendung von Ornamenten, die in sparsamer Weise original im Chorbereich vorgegeben waren, dekoriert. Allerdings waren auch diese einer Veränderung unterworfen worden, indem man die rein im Sinn von Inkrustationen oder Intarsien gehaltenen Ornamentbänder und Flächen durch Hinterlegung von Schatten plastisch zu machen und durch größere Farbigkeit zu bereichern versuchte. Zudem hatte man die Pfeiler in ihrer Funktion verändert, indem man jeweils die Hauptvorlage mit Ölfarbe grau marmorierte und die begleitenden Lisetten mit den vom Gewölbe her genommenen Ornamentbändern bis unten zum Sockel hin aufgliederte. Weil in der Gärtner-Sammlung der Technischen Universität München fast das komplette Entwurfswerk von Gärtner erhalten ist, war es möglich, Entwurfsabsichten, Raumstimmung und Ausführung durch Freilegungen am Ort zu prüfen. Zudem ist im Stadtmuseum ein perspektivisches Blatt von Gärtner erhalten, das aus der vorderen südlichen Seitenkapelle den Blick ins nördliche Querschiff zeigt, auf dem alle wesentlichen Detailausführungen ablesbar sind. So konnte Erwin Schleich, der für diese Restaurierung gewonnen worden war, den Raumeindruck in Farbstellung und Stimmung aufgrund dieses Blattes und aufgrund der Freilegung vergleichen.

3D-Innenansicht der der Ludwigskirche
mit freundlicher Genehmigung von Roland Steitz, www.meinepanoramen.eu